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 Wie Lootah die Welt ersang ...

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Shania
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Beiträge: 885
Ort: in der Schlucht

BeitragThema: Wie Lootah die Welt ersang ...   Fr 4 Jun 2010 - 17:25

]

Es war das reine Nichts. Dunkelheit erstreckte sich zu allen Himmelsrichtungen, man konnte nicht erahnen wo es anfing und wo es endete. Kein Gestirn schmückte den Himmel, die einschüchternden Finsternis war das einzige hier. Die Luft war kalt und trocken, doch drückte sie einem auf den Leib.
Plötzlich, nach der schier endlosen Stille erhörte man ein leises, melodisches Summen. Es schien überall zu sein, doch genau konnte man dies nicht einschätzen.
Das eben noch liebliche Summen wurde langsam zu einem immer lauter werdenden Brummen, welches bald als Vibration in der Umgebung zu empfinden war.
Am Anfang war es lediglich eine Stimme, doch schon bald schien es als würden mehrere dieses Lied singen.

Es war, als würde eine Kerze angezündet. Weit weg, leuchtete ein Licht auf. Der Horizont färbte sich dunkelblau, Sterne in vielen Größen und Farben begannen am Firmament aufzuglühen.
Als sich die Dunkelheit erhellte, erkannte man zum ersten Mal einen roten Wolf, mit dichtem Fell und wasserblauen Augen. Sein Name war Lootah. Er heulte, aus seinem Maul kam der Gesang und gleichzeitig Rauch, welcher sich formte und die Erdkruste bildete. Auch stieg er in den Himmel auf, wo er sich zu 4 runden Himmelskörpern formte - eine leuchtende, orange Sonne entstand, welche heller schien als die unsere ; dann, ein kleiner, roter Mond welcher durch die Sonne zu leuchten begann ; und zwei große, graue Monde, welche sich vor die Sonne stellten und die orangefarbene Scheibe verdeckten.
Einer schien aus Staub zu bestehen, der andere war dunkel und schien das Unheil anzuziehen.

Bald bildeten sich an einer Stelle Bäume, hohe, grüne Nadelbäume schienen sich zu bilden. Ein grünes Fleckchen in der neuen Welt Loomine entstand, doch dieser Teil war nicht sonderlich groß. Schon bald ging der Wald in Morast über, der nach wenigen Metern gefror und sich in eine riesige Eiswüste verwandelte - überall waren Eisriesen zu sehen, nur einzelne Steine mit Flechten und Moosen zeigten Leben an.
Und es dauerte nicht lange bis die Welt unterschiedliche Landschaften vorzuweisen hatte, bis sich die Pflanzen hier und dort ausgebreitet hatten und der Wind geboren war. Und noch immer heulte der Wolf, und das Brummen war eine angenehme Erscheinung die den Anblick untermalte.

Und schon bald bevölkerten die ersten Tiere Loomine. Was zuerst nur Kaninchen waren, wurden später zu Vielfraßen, Füchsen und in den aufgetauten Flüssen sah man Lachse und andere Fische.
Mit dem letzten Klang den der Wolf von sich gab, entstand ein Tier, größer als die anderen Raubtiere. Es war ein Tier, dass das Antlitz seines Schöpfers widerspiegelte - in diesem Moment war der Wolf geboren. Ein Rüde und eine Fähe waren es, die schon bald ihre erste Gemeinschaft bildeten um nicht alleine in der rauen Umgebung leben zu müssen.
Und so entstand das erste Rudel - das Rudel der Loomine-Wölfe.




Falek war der erste Wolf, den Lootah auf die Welt Loomine gesetzt hat. Er war der erste Wolf, der je ein Karibu fing, der erste Wolf der durch die Wälder streifte auf der Suche nach Artgenossen. Als er aber auf dem ganzen Erdenrund keinen anderen Wolf fand, so wand er sich an Lootah und sprach:

"Lootah, Herrscher dieser Welt. Ich suchte vergebens nach Artgenossen, doch nirgendwo fand ich welche. Ich bitte dich, Lootah, schenke mir einen Artgenossen! "

Und Lootah schuf einen Artgenossen, Ayla. Eine Fähe, mit welcher Falek sein erstes Rudel gründete. Mit ihr zeugte er auch seine Nachkommen, welche auszogen ein eigenes Rudel zu gründen. Für jeden der Welpen schuf Lootah noch einen Gefährten, sodass sie sich ausbreiten konnten und die Rasse der Wölfe entstand.

Doch Ayla war nicht wie Falek oder Lootah. Des Teufels Tochter war sie, sagt man sich. Sie verzauberte mit ihrem Charme Falek, sodass er ihr Blindwegs vertraute. Er passte sich ihr an, wurde eitel und verschlossen. Er glaubte nicht mehr an Lootah und seine Gaben, spottete über ihn. Sie beschwerten sich darüber, das es sooft dunkel war, sie nörgelten über die Eiswüste und die Kälte. Sie hatten keine Einsicht mit den anderen Tieren, töteten aus Spaß statt aus Hunger. Lootah verstand sie nicht. Warum sollten sie sich über ihr Schicksal beklagen? Doch als er jene Taten sah, die die beiden anrichteten, als sie Lootah verspotteten so sprach er zu ihnen:

" Wer meiner Gaben nicht dankbar ist, der hat es auch nicht verdient hier zu sein! Ich nehme euch das wichtigste was ihr besitzt: Eure Ruhe. Keiner von euch, oder eure Nachfahren werden je die Innere Ruhe finden! "

Falek und Ayla lachten, konnten nicht verstehen was an verlorener innerer Ruhe so schlimm war. Aber als sie ein Leben lang unglücklich waren und sich nicht mehr erfreuten, da merkten sie was sie angerichtet haben. Und dieses Gefühl haben nun alle Wölfe, das Gefühl von Demut, Angst ... und Ruhelosigkeit.



So machten sie sich getrennter Wege. Sie fanden Artgenossen, bildeten Rudel, sodass immer mehr kleine Gruppen entstanden ...
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